Operative Methoden

Eine Operation sollte immer den letzten Ausweg darstellen. Aber in vielen Fällen ist sie auch unumgänglich, beispielsweise wenn größere Hernien vorliegen oder starke Beschwerden vorhanden sind. Bitte lasse dich von deinem Arzt umfassend beraten, welche Methode genau angewandt wird und welche Risiken es gibt. Die meisten Operationen werden erst durchgeführt, wenn kein Kinderwunsch mehr vorliegt.

Auch, wenn eine Operation durchgeführt werden soll oder muss, ist das zusätzliche Training bzw. begleitende Physiotherapie sehr wichtig! Mit der entsprechenden Anleitung für den Alltag kannst du Nachoperationen und Schmerzen vorbeugen. Eine Rektusdiastase gilt leider als kosmetisches Problem. Im Gegensatz zur Nabelhernien-OP bezuschussen die Krankenkassen eine Rektusdiastasen-OP in der Regel nicht.

Folgende Operationsmethoden gibt es derzeit in Deutschland:

Direkter Nahtverschluss

  • für Hernien unter 2 cm im Nabel- oder Bauchwandbereich
  • mehrere Nähte mit nichtauflösendem Faden

Netzimplantation

  • bei größeren Hernien (> 2 cm)
  • Einsetzen eines Kunststoffnetzes zur Minderung der Rezidivgefahr (Narbenhernie)
  • Netz besteht aus Polypropylen oder Polyvinylidenfluorid und ist in der Regel gut verträglich.
  • Netz tendiert zur Schrumpfung und muss deshalb an den Rändern der Hernie überlappen.
  • Je nach Lage des Netzes in der Bauchdecke gibt es verschiedene OP – Methoden. Neu sind Netze, die sich langsam auflösen.

PUMP - Technik (peritoneal umbilical mesh plastic)

  • Versorgung von Nabelbrüchen mit einem meist runden Netz (5 - 8 cm Durchmesser)
  • Netz wird nicht direkt im Bauchinnenraum platziert sondern auf dem Bauchfell -> weniger Verwachsungen mit Darm (Gefahr von Darmverschluss) oder innerem Bauchfett
  • gewährt korrekte und feste Lage

PIMP - Technik (preperitoneal incisional mesh plastic)

  • Weiterentwicklung der PUMP – Technik
  • Netz auf Bauchfell
  • Je nach Bruchgröße kann das Netz max. 30 x 20 cm groß sein.

MILOS - Technik (mini less open sublay)

  • Kombination aus offener OP und minimal invasiver Technik (= Hybridoperation)
  • Netz wird unter dem geraden Bauchmuskel platziert, um Verwachsungen mit dem Darm zu verhindern.
  • gilt aktuell als „Goldstandard“ bei Operationen großer Bauchwandbrüche
  • kleiner Schnitt => winzige Narbe

ELAR - plus Technik (endoscopic-assisted linea alba reconstructrion plus mesh augmentation)

  • Schwerpunkt ist die Rekonstruktion der Rektusdiastase
  • kleiner Schnitt oberhalb des Nabels
  • Die Bindegewebshülle der Linea alba wird gestrafft.
  • Netz zur Verstärkung

Abdominoplastik (Bauchdeckenrekonstruktion)

  • Die geraden Bauchmuskeln werden mit stabilisierenden Nähten wieder zusammengeführt.
  • horizontaler Schnitt im Unterbauch wie bei einer Bauchdeckenstraffung
  • Überschüssige Haut und Fettgewebe kann simultan entfernt werden.
  • In der Regel dürfen die Patientinnen nach der OP für 6 Wochen weder heben noch tragen (hoher organisatorischer Aufwand).
  • Die Familienplanung sollte abgeschlossen sein.
  • Das Tragen eines Kompressionsgurtes bis zur Abheilung ist notwendig,