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Fitnesstraining mit Rektusdiastase

Um Kraft für den Alltag zu haben und weitere muskuläre Dysbalancen und Beschwerden zu vermeiden, ist ein angepasstes Training gemeinsam mit einer Fachperson sinnvoll. Allerdings sollte bei größeren Diastasen und eventuell damit verbundenen Beschwerden zunächst die Physiotherapie Anlaufstelle sein. Therapeutisch den Spalt zu schließen und/oder die Linea alba zu kräftigen, ist das erste Ziel. Wenn du wieder mit Sport beginnen möchtest, ist ein angepasstes Fitnesstraining sinnvoll. Denn nicht nur die Rektusdiastase sollte beim Training nach einer Geburt berücksichtigt werden, sondern das gesamte Training sollte auf die Situation von Müttern adaptiert werden. Dabei ist die wichtigste Regel: Die Grundspannung muss erlernt und verinnerlicht sein, bevor du mit dem Training beginnst. Du brauchst diese Grundspannung als Basis für jede Übung und für deinen Alltag.

Allgemeine Regeln

  • Qualität steht vor Quantität!
  • Stabilisation steht vor Mobilisation!
  • Alle Übungen solltest du erst machen, wenn du die Übung korrekt aufbauen, die Spannung halten und dabei atmen kannst.
  • Jegliches Ausweichen während einer Übung, ein Vorwölben des Bauches und ein Luftanhalten sind Zeichen für einen zu hohen Schwierigkeitsgrad oder eine ungünstige Ausgangsstellung.

Welche Bauchübungen helfen?

Erst einmal müssen wir dich enttäuschen. Alles, was du bisher unter "Bauchmuskeltraining" verstanden hast, ist überholt. Die klassischen Crunches, Sit-ups oder Klappmesser helfen nicht, die Rektusdiastase zu schließen und machen auch keinen flachen Bauch. Im Gegenteil - diese Übungen sind unfunktionell und führen zu sehr hohem Druck im Bauchraum und auf den Beckenboden. Wenn es dein Ziel ist, deinen Bauch zu straffen, dann habe kein Sixpack im Kopf. Dieses bekommt man nämlich nicht durch reines Bauchtraining! Dazu braucht man auch einen extrem niedrigen Körperfettanteil. Es ist außerdem nicht möglich, Fett gezielt an bestimmten Stellen zu verlieren. Auch nicht durch Krafttraining für bestimmte Muskeln.

Die gute Nachricht: fast alle Übungen sind Bauchübungen, wenn du sie mit entsprechender Grundspannung (siehe unten) aufbaust. Du kannst also nahezu alle Übungen machen, wenn du die Bauchmuskulatur dabei entsprechend aktivieren kannst. Um zusätzlich Fett abzubauen, musst du darauf achten, dass dein Gesamtenergieumsatz stimmt - du also nicht mehr Kalorien zuführst als du brauchst. Gerade in der Stillzeit solltest du auf keinen Fall eine Diät machen. Achte darauf, was du isst. Dazu vor allem die großen Muskelgruppen trainieren (Beine, Ganzkörperübungen), denn die verbrauchen am meisten Energie. Sanftes Herz-Kreislauf-Training tut sein Übriges. So kommst du deinem Ziel garantiert ein Stück näher.

Grundspannung aufbauen

Das ist die Basisübung für alle weiteren Übungen! Übe sie daher gut ein und erinnere dich auch im Alltag immer wieder daran. Führe die Übung zunächst im Sitz, dann in der Rückenlage und im Stand aus. Lege dabei beide Hände auf deinen Bauch.

  1. Tief in den Bauch atmen. Der Bauch hebt sich in die Hand beim Einatmen und senkt sich bei der Ausatmung. Die Wirbelsäule bewegt sich dabei nicht.
  2. Zieh bei der Ausatmung den Bauchnabel nach innen Richtung Wirbelsäule und nach oben Richtung Brustbein ohne dabei dein Becken zu bewegen. Der Transversus zieht dabei deinen Bauch nach innen.
  3. Aktiviere zusätzlich den Beckenboden: Schließe alle Körperöffnungen gedanklich und ziehe den Beckenboden nach innen oben.
  4. Halte den Nabel und die Rippen innen während du die Anspannung hältst und atme gleichmäßig weiter.

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